Motivation

Bild:Motivation Derzeit gestattet die duale Berufsausbildung kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eine wirtschaftliche und effektive Ausbildung des eigenen Fachkräftenachwuchses. Während der Ausbildung werden nicht nur berufliche Handlungsfähigkeiten, sondern auch betriebsspezifische Kenntnisse und Fertigkeiten erworben. Ein wirtschaftlicher Einsatz der Auszubildenden ist damit schon während der Ausbildung möglich, wodurch der betriebliche Wertschöpfungsprozess von Anfang an begünstigt wird.

Anders sieht es bei der akademischen Ausbildung des Fach- und Führungskräftenachwuchses aus. Hier ist die Vermittlung von betriebsspezifischen Kenntnissen und Fertigkeiten bisher nur in geringem Umfang ausgeprägt. Dies hat zur Konsequenz, dass die Absolventen in der Regel direkt nach dem Studium nur bedingt auf dem Arbeitsmarkt einsetzbar sind. Sehr häufig benötigen sie eine längere Einarbeitungsphase, sowie spezielle berufstypische Zusatzqualifikationen, um ihr wissenschaftliches, theoretisches Wissen gezielt in die praktische Arbeit umzusetzen.

Dieser Zusammenhang stellt insbesondere für KMU ein großes Problem dar. Während Großunternehmen durch entsprechende, teilweise mehrjährige Traineeprogramme die Absolventen auf die berufspraktische Arbeit vorbereiten können, stehen in KMU oftmals keine finanziellen und personellen Ressourcen zur Verfügung. Die Folge ist eine Abwanderung der Absolventen zu Großunternehmen oder ins Ausland.

Betrachtet man zusätzlich die demographische Entwicklung in Deutschland, ist festzustellen, dass sich die Situation bei der Verfügbarkeit von entsprechend qualifizierten Fach- und Führungskräften aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge weiter verschlechtern wird. Zudem entscheiden sich immer weniger Schüler für das Abitur und anschließend für eine akademische Ausbildung.

Aus diesem Grund ist auch eine zunehmende Überalterung der Fach- und Führungskräfte in sächsischen KMU, die einen Anteil von ca. 90% aller sächsischen Unternehmen einnehmen, festzustellen. Die Möglichkeit, erfahrene Fachkräfte am Arbeitsmarkt zu rekrutieren, ist insbesondere in technischen Berufen nur begrenzt. Auch unternehmensübergreifende Kooperationen kommen trotz Fördermöglichkeiten nur in geringem Umfang zustande und haben oft keinen nachhaltigen Bestand.

 

 
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